Ein Taubenleben -
am Anfang ist das Ei

 

 

Im Laufe einer Zuchtperiode, die im Frühjahr beginnt, bebrütet ein Taubenpärchen ca. 17–18 Tage lang ein Gelege. Das Gelege besteht aus 2 Eiern. Danach schlüpfen die Jungen. Dabei wiegen sie nur ca. 20 Gramm. Hier ist nun der Züchter gehalten, die Tauben mit einem geeigneten Futter zu versorgen, das besonders eiweißhaltig ist. Die Kropfmilch, mit der die Jungen während der ersten 5–7 Lebenstage gefüttert werden, ist von hohem Eiweißgehalt.

Sie trägt für eine enorme Wachstumsgeschwindigkeit der Jungen bei. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass Tauben zu den am schnellsten wachsenden Wirbeltieren zu zählen sind.

Spätestens nach 7 Tagen muss der Züchter den Tauben den Fußring aufziehen. Denn ein oder zwei Tage später ist das Füßchen schon zu groß.

Dieser Fußring stellt den „Personalausweis“ der Taube dar. Anhand der Nummern auf dem Ring lassen sich Jahrgang und Eigentümer der Taube feststellen. Durch diesen Fußring kann man jederzeit den Eigentümer der Taube ausfindig machen.

Im Alter von 3 bis 4 Monaten beginnt das Flugtraining der Jungtauben. In den Kabinenexpressen (Transportfahrzeugen) werden die Tauben über Nacht zu ihren Auflassorten gefahren. Vor dem Einsetzen werden die Tauben genauestens anhand eines elektronischen Ringes registriert. Nach einer mehrstündigen Ruhepause am Auflassort – hier werden die Tauben auch ausreichend mit Wasser und Futter versorgt – erfolgt dann der Start. Dieser Zeitpunkt wird genau festgehalten. Bei der Ankunft im Heimatschlag wird durch eine Antenne der elektronische Ring der Taube registriert. Nun ist die genaue Ankunftszeit der Taube festgehalten.

Entstehung der Brieftaube

Die heute in Österreich übliche Brieftaube lässt sich auf die belgische Reistaube zurückführen. In Belgien wurde die Brieftaube im 19. Jahrhundert zielstrebig gezüchtet, da hier schon frühzeitig Wettkämpfe stattfanden, bei denen auf Geld gewettet wurde. Eine durchgezüchtete Rasse im biologischen Sinne ist die Brieftaube zwar bis heute noch nicht. Man kann lediglich Züchtungen unterscheiden. Die sogenannte Lütticher Tauben war von kleiner Statur und geht zurück auf die Mövchen und die Schmerlen. Sie ist lebhaft und hat eine große Heimatliebe. Der Nesttrieb führt dazu, dass sie ihren Heimatschlag möglichst schnell aufsuchen will.

Sehr viel größer im Körperbau war die Antwerpener Taube, insbesondere verfügt sie über einen längeren Kopf. Sie war groß und kräftig, was darauf zurückzuführen ist, dass der englische Dragon einer ihrer Vorfahren war.

Ebenfalls von schwerer körperlicher Statur war die Genter Taube. Sie soll auf den Kröpfer zurückgehen. Auch heute noch zeugen davon die Federn an den Beinen. Sinn der Züchtungen war und ist es, eine Taube zu erhalten, die ihren Heimatschlag schneller aufsucht und die über einen guten Orientierungssinn verfügt. So wurden zunächst die genannten drei Grundtaubentypen verschmolzen.

Ein Züchter der seine Tauben in Linienzucht oder sogar in Inzucht führt, hat nach einer gewissen Zeit Brieftauben, die sich vom Körperbau, von der Farbe und von einer Eigenschaft her ähneln. Das ist dann der Stamm des Züchters. Besonders erfolgreiche Züchtungen wurden fälschlich als Rassen bezeichnet und mit dem Namen des entsprechenden Züchters verbunden.

Über bekannte Leistungsstämme verfügten in Belgien die Züchter Uhlens, Hansenne, Grothers um nur einige zu nennen. Heute gibt es in Belgien die Rasse Janssen, die Rasse Desmet-Mathijs, die Rasse Delbar und viele andere.

Die Brieftauben tauchen in vielfältigen Farben auf. Vorwiegend sind sie blau und gehämmert. Diese Farben werden von vielen Taubenzüchtern bevorzugt. Darüber hinaus gibt es braune Tauben, die der Taubenzüchter als rot bezeichnet, Schecken, Schimmel sowie dunkle bis schwarze Tauben, die der Züchter als dunkel bezeichnet. Die Farbe hat jedoch keinen Einfluss auf die Leistung.

 

Steckbrief einer Brieftaube       

 

7–10 Tage nach der Paarung wird gegen 18 Uhr das erste Ei gelegt.

2 Tage danach gegen 13.30 Uhr das zweite Ei. Damit ist das Gelege vollständig.

17 Tage beträgt normalerweise die Brutzeit.

7 Tage nach dem Schlüpfen erhält jede Jungtaube einen Metallfußring mit Kunststoffüberzug am rechten Fuß, der zeitlebens ihr „Personalausweis“ ist.
Dieser Ring enthält neben der Vereinsnummer die Abkürzung „Austria“ für Österreichischer Verband, die Jahreszahl und eine fortlaufende Nummer als Kennzeichnung des Einzeltieres.

25 Tage nach dem Ausschlüpfen wird die Jungtaube von den Elterntieren getrennt und nach weiteren

14 Tagen ist sie bereits flügge.

500 g beträgt das Durchschnittsgewicht einer Brieftaube.

25–35 g Futter je Tag benötigt eine Brieftaube.

100–120 km/h kann eine Brieftaube an Geschwindigkeit erreichen.

1.000 km pro Tag kann eine Brieftaube ohne Unterbrechung bei günstigen Wetterverhältnissen zurücklegen.

10 Jahre und mehr kann eine Brieftaube bei Preisflügen eingesetzt werden.

20 Jahre und mehr kann eine Brieftaube alt werden.

 

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